Gemeinschaft, Nachbarschaft und Quartier

Wir stellen uns Gemeinschaft als lebendiges Beisammensein vor, wobei sich das Engagement an den persönlichen Möglichkeiten orientiert. Wir möchten eine Gemeinschaft ohne Gruppenzwang und ohne ausufernde soziale Kontrolle. Neben dem gemeinsamen Bauprojekt und der Verwaltung des Lebensraums, wollen wir mit Aktionen und Angeboten die Wohngemeinschaft stärken und lebendig erhalten.

Wichtig ist uns dabei immer auch die Einbeziehung der Nachbarschaft und des Quartiers. Dies kann die folgenden Formen annehmen:

  • Kinderbetreuung und Aktionen für Kinder – Kindertreffen, Kindercafé, Spielgruppen, etc.
  • Umfangreiche Gemeinschaftsflächen, wie z.B. Seminarraum, Werkstatt, Gäste-Appartement, Sport (s.u.), die auch der Nachbarschaft und dem Quartier offenstehen, um einen aktiven Austausch zu ermöglichen
  • Verpachtete Gastronomie – auch als Platz für Aktionen und Veranstaltungen, der sich finanziell selber trägt
  • Shared office (wir stellen nur den Raum zu Verfügung) um an gemeinsamen Projekten arbeiten zu können
  • Nachbarschafts-Werkstatt mit Repair-Café, FabLab, MakerSpace und/oder Hackerspace
  • Der Anbau von Lebensmitteln im kleinen Rahmen

Grundsätzlich

  • min. 15 Parteien
  • idealerweise innerhalb des Mittleren Rings, maximal aber 30 Min. mit den Öffis vom Zentrum entfernt
  • gerne mit internationaler Ausrichtung

Ökologisch, nachhaltig und autark

Bauen, aber richtig

  • gesunde und umweltfreundliche Materialien, nach Möglichkeit recycelt
  • flexible Grundrisse, um auf sich ändernde Lebensverhältnisse reagieren zu können (z.B. Auszug der Kinder)
  • optimierte Wohnflächen (keine Platzverschwendung durch unnötige Luxusflächen)
  • gemeinschaftliche Bereiche wie Gästezimmer, Dachterrasse
  • Energieeffizient und so autark wie möglich und sinnvoll (Photovoltaik, Regenwassernutzung, Passivhaus, …)
  • robuste Bauweise mit wiederverwendbaren oder ökologisch abbaubaren Materialien (z.B. Holzbauweise)
  • Barrierefrei

Autarkes Leben

In unsicheren Zeiten war es schon immer gut unabhängig von externen Gütern oder Dienstleistungen zu sein, gerade bei einem so grundlegend wichtigen Gut wie das „Wohnen“. Die Wohnung ist Schutz- und Lebensraum, sie bietet Sicherheit und eine Basis für viele weitere Bedürfnisse.

Die Abhängigkeiten sind vielfältig. Wir werden sie nicht alle beseitigen können, aber streben einen möglichst hohen Grad der Autarkie an:

  • STROM – Photovoltaik und Windenergie statt Atomstrom aus der Steckdose, unabhängige Stromversorgung durch intelligente Stromspeicherung und Reduzierung des Verbrauchs.
  • WÄRME – ohne den Verbrauch fossiler Energieträger. Solarthermie und Erdwärme.
  • FRISCHWASSER – Versorgung über Grundwasser oder Regenwasser und Filterung in Kombination mit Brauchwasserkreisläufen.
  • ABWASSER – Kleinkläranlage
  • NAHRUNG – hier freuen wir uns auf Initiativen, werden aber leider eher im Hobbybereich bleiben und der Grad der Autarkie wird sehr gering sein. Falls sich jemand aber hier stärker engagieren will – sehr gerne!

Wir wollen hier nicht die 100%ige Autarkie anstreben, sondern umsetzen, was in einem urbanen Umfeld ökologisch sinnvoll und ökonomisch vertretbar ist.

Wohnen mit mehreren Generationen

Unsere Ziel ist die gemeinsame Verbesserung der Lebensqualität und die Teilhabe und der gesellschaftlicher Zusammenhalt zwischen Generationen, Kulturen und Lebenslagen.

Schwerpunkte können sein:

  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf – Unterstützung bei der Bewältigung von beruflichen und familiären Aufgaben
  • Selbstbestimmtes Leben im Alter – Förderung von Teilhabemöglichkeiten, Unterstützungsnetzen und eines aktiven Miteinanders der Generationen
  • Jugendgerechte Gesellschaft – Förderung attraktiver gesellschaftlicher Perspektiven und Teilhabemöglichkeiten
  • Integration von Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte – das können z.B. Patenschaften und Mentoring sein • Begegnung schaffen durch Öffnung der bestehenden Angebote – Aktivierung und Beteiligung dieser Personengruppe an unseren Projekten und Angeboten

Preisbewusst mit Eigenleistung

Optimierung der Bau-, Betriebs- und Verwaltungskosten

In der BAUPHASE versuchen wir ohne zu viel Eigenleistung die Kosten möglichst gering zu halten. Dies ist z.B. möglich durch:

  • Vorausschauende und überlegte Planung
  • Einigung auf Standards für alle
  • Richtige Auswahl von Materialien
  • Optimierung der Wohnfläche (auch gemeinsame Gästewohnung)
  • Einsatz flexibler Grundrisse
  • Nutzung von Fördergeldern und Stiftungen

Bei den BETRIEBSKOSTEN optimieren wir durch die energieeffiziente und möglichst autarke Umsetzung, aber auch durch die Nutzung gemeinsamer Infrastruktur:

  • Mobilität – Poolfahrzeuge, übertragbare MVV Tickets, möglichst autofrei, viel Platz für Fahrräder und Radl-Werkstatt
  • Kommunikation – gemeinsame Nutzung von Telefon-, Internet- und TV-Infrastruktur
  • Sorgfältige Auswahl von Handwerkern und Dienstleistern
  • Zeitweise Vermietung ungenutzter Flächen (Gästewohnung, Gemeinschaftsraum als Seminarraum, Verpachtung Gastronomiefläche, etc.)

Bei den VERWALTUNGSKOSTEN versuchen wir über vollständige oder zumindest teilweise Selbstverwaltung die Kosten zu optimieren. Dadurch lassen sich v.a. im Bereich Reparatur-, Instandhaltungs- und Handwerkerkosten viel Geld einsparen. Auch der Hausmeister und die Gartenpflege, um zwei Beispiele zu nennen, lassen sich durch ein wenig Eigenleistung einsparen.

Dabei achten wir immer darauf, dass der zeitliche Aufwand für den Einzelnen nicht zur Belastung wird. Wir streben bei guter Organisation und Verteilung der Aufgaben auf die einzelnen Bewohner, einen zeitlichen Aufwand von maximal 2-3 Stunden pro Woche und volljährigem Bewohner an.
Dabei ist es sehr wichtig, dass jeder Bewohner Freude an seinem Engagement hat und dieses nicht zur Belastung wird.

Digitalisierung

Wir sind der Meinung, dass durch Nutzung der Möglichkeiten der Digitalisierung vieles unkompliziert und einfach organisiert werden kann:

  • Nutzung entsprechender Software zur Verwaltung der Eigentümergemeinschaft
  • Verwaltung der gemeinsamen Infrastruktur durch entsprechende digitale Programme
  • Kommunikation über bestehende Tools, um den zeitlichen Aufwand bei Arbeitstreffen zu minimieren
  • Verwaltung und Optimierung der eingesetzten Energielieferanten
  • Eigene Apps, um Abläufe zu organisieren

Fahrplan

June 2020

Konzept

Detailliertes Konzept und weiterer Ausbau der Kerngruppe

June 2020
July 2020

Objektsuche

Intensive Suche nach Objekt oder Grundstück

July 2020
January 2021

go/no-go-Entscheidung

Anpassung Plan und Konzept

January 2021
January 2025

Einzug

Einzug frühestens 2021, spätestens 2025

January 2025

Organisation

  • Treffen einmal pro Monat Samstags, 14 bis 18 Uhr, normalerwise im Selbsthilfezentrum Westendstr. 68, aktuell aber per Skype-Call.
  • Nächstes Treffen: Samstag, 9.5. (bei Interesse bitte vorher anmelden unter wir@wohnprojekt-muenchen.org)
  • Abstimmungen werden nach dem Prinzip des „Systemischen Konsensierens“ durchgeführt, nicht nach einfacher Mehrheitswahl. Siehe https://www.sk-prinzip.eu
  • Aufgabenverwaltung machen wir im Kanban-Style per Trello-Board
  • Als Rechtsform angedacht ist eine Baugemeinschaft, die durch eine normale Eigentümergemeinschaft abgelöst wird. Es werden aber spezielle Rechte berücksichtigt werden, z.B. Mitsprache- und Veto-Rechte aller Eigentümer bei einem etwaigen Verkauf oder Vermietung. In der Bauphase hat die Gemeinschaft die Rechtsform der GbR.

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